Gedanken

 

Buchempfehlung: Goethe für Klugscheißer

Dr. Dagmar Gaßdorf und Dr. Bertold Heizmann sind Mitglieder der Goethe-Gesellschaft Essen. Ihr Buch „Goethe für Klugscheißer“ möchten wir jedem Goethe-Liebhaber wärmstens ans Herz legen, denn auch wenn man glaubt, den Dichterfürsten in- und auswendig zu kennen, wird man hier ein ums andere Mal überrascht. Hier erfährt man, welche Redewendungen auf Goethe zurückgehen, unter welchem Pseudonym Goethe durch Italien reiste, wo der nach Goethes Romanfigur benannte Lotte-Tower steht und viele andere Dinge über Goethe, von denen man bisher nicht einmal geahnt hat, dass man sie unbedingt wissen möchte.

(Dagmar Gaßdorf & Bertold Heizmann: Goethe für Klugscheißer. Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten, Klartext 2020.)

 

Das Denkmal „Stein des guten Glücks“ – ein Symbol Goethes  

Den „Stein des guten Glücks“ oder „Altar der Agathe Tyche“ ließ Goethe im Jahr 1777 neben sein Gartenhaus in die Weimarer Ilmwiesen setzen. Es war ein Geburtstagsgeschenk des Achtundzwanzigjährigen an Charlotte von Stein.

Die Formensprache des Denkmals lädt ein zu einem tieferen symbolischen Verständnis. Der steinerne Quader verkörpert Klarheit, Stabilität und Beständigkeit. Die darüber liegende Kugel dagegen symbolisiert ruhelose Bewegung, Dynamik, Labilität, launisches Glück.
Bezieht man diese gegensätzlichen Kräfte aufeinander, so ergeben sie – sich verstärkend – eine neue Einheit, eine bewegliche Ordnung.  Die beiden Kräfte streben nach Ausgleich, der sich in der zentral ruhenden Kugel als GLÜCK darstellt.

Goethe selbst verzichtete auf jede Inschrift oder Erklärung, folglich lässt der Sandsteinkubus mit der Kugel bis heute Raum für vielerlei Deutungen.